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#070 – Überfahrt nach Norwegen und durch den Süden bis Rjukan

23. Juli 2026 bis 2. August 2026: Zwei Tage Entspannung auf der Fähre von Island nach Dänemark. Und ein weiterer auf der Fähre nach Kristiansand, Norwegen, Land Nummer 22. Ich radle durch das Setesdal und immer weiter über viele Berge ins norwegische Fjell.

23. bis 26. Juli 2026: Überfahrt von Island nach Hirtshals, Dänemark, und weiter nach Kristiansand, Norwegen

Das Abschiedswetter präsentiert sich mit schönen Wolken-Sonnen-Wechseln. Mit den Motorrädern, im Gegenverkehr mit den Ankommenden, dürfen wir vier Radfahrer*innen, Gundi aus Berlin und Herbert und Gisela, die ich aus dem Hochland kenne, als erste aufs Schiff.

Wunderbare Ausblicke im Fjord. Dann wird es schaukelig und mir übel. Ich werfe eine Tablette ein und später noch eine und lege mich schlafen. Abends prüfe ich meinen Magen am Bufett und es schmeckt mir erstaunlicherweise.

Am zweiten Tag auf See geht es mir gut, auch ohne Tablette. Das Meer sieht zwar beeindruckend rauh aus, endlos, tief, schwarz, gewaltig. Die Wellen sind jedoch nicht so hoch und das Schiff zieht ruhig seine Bahn. Ich kann sogar am Computer arbeiten, ohne dass mir komisch wird.

Bei der Ankunft in Dänemark wird mir bewusst, dass ich eine Ausstiegsoption habe. Per Bahn könnte ich schon heute Abend zuhause in Bremen sein. Wirklich erwägen tue ich das nicht. Allerdings weiß ich auch gar nicht, was so als nächstes auf mich zukommt, und spüre nicht, was ich will. Wie wird Norwegen? Wie wird es mir ergehen? Dumpfe Leere herrscht in mir vor. Werde ich mich wohl überraschen lassen.

In Hirtshals radle ich kreuz und quer rum, hübsche Singletracks im Wald, Radwege entlang von Autobahnen, Gewerbegebiet, Innenstadt. Ich bin auf der Suche nach einem Büro von Fjordline, der Fährgesellschaft nach Norwegen. Die Fähre heute nachmittag ist ausgebucht. Vielleicht kann ich mir ja aber noch einen Platz organisieren.

Ich finde kein Büro und so entscheide ich mich, erst morgen überzusetzen. Dann fährt ein normales Schiff und keine verkapselte Schnellfähre.

Ich kaufe ein und radle zum hübschen Campingplatz ein kleines Stück östlich von Hirtshals. Dort kann ich duschen, Wäsche waschen und meine Webseite aktualisieren. Außerdem repariere ich meine Isomatte. Sie hat mal wieder ein Loch. Ich vermute, der alte Flicken leckt. Doch es ist eine benachbarte Stelle neben dem Ventil. Vier dieser Schwachstellen gibt es. Zwei tragen jetzt Flicken. Und die Matte ist wieder dicht.

Die Fähre nach Kristiansand geht am Morgen. Ich habe Frühstücksbufett mitgebucht und dadurch auch einen schönen Platz zum sitzen und aufs Wasser gucken.

Kristiansand hat eine entspannte, verkehrsberuhigte Innenstadt mit hübschen, alten Häusern. Ich gönne mir ein riesiges Eis und rolle langsam durch die Straßen. Der Campingplatz ist mit Abstand der teuerste meiner Reise (knapp vierzig Euro). Mein Zelt steht in einem lichten Kiefern-Eichenwald, ganz oben auf dem Hügel, um den herum sich der Campingplatz gruppiert. Zukünftig will ich öfter wild zelten. Bin schließlich Abenteurer und nicht auf Urlaub.

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