#070 – Überfahrt nach Norwegen und durch den Süden bis Rjukan
27. Juli 2026: Von Kristiansand zum Surtefossen
Bei sonnigem Wetter und strammem Wind mehr von vorne als von hinten beginne ich meine Tour durch Norwegen. Zunächst hole ich in einem Fahrradladen die Ersatzteile für meine Pinion-Schaltung ab, die ich mir dorthin habe schicken lassen. Versand von Deutschland hat prima geklappt, aber auch vierzig Euro Porto und rund dreißig Euro Zoll gekostet. In einem Outdoorladen kaufe ich ein neues Schlafsackinlet. Mein altes aus Seide zerfetzt immer mehr und reicht nur noch bis zur Taille.
Durch das Setesdal, durch das die Otra fließt, radle ich gen Norden, zunächst auf Radwegen entlang einer stärker befahrenen Straße. "Nasjonal sykkelrute 3". Die Landschaft erinnert mich an das Weserbergland. Nach fünfundzwanzig Kilometern erreiche ich die Otraschlucht, durch die eine historische Eisenbahn fährt. Rund hundert Tourifahrzeuge stehen auf einem Bezahlparkplatz. Es gibt auch einen Wanderweg durch die Schlucht, Radfahren verboten.
Der Radweg führt durch langweilige Wälder - bin ich im Harz? - über die Hügel. Dann beginnt eine schöne Seenlandschaft. Kleine, rund geschliffene Inselchen. Hübsche Häuschen. Keine Autos auf dem Weg, einer ehemaligen Bahntrasse. Selten mal ein kurzes Stück entlang einer Straße.
Ich komme an einem wunderschönen Shelterplatz vorbei. Drei große Shelter mit bis zu zehn Schlafplätzen jeweils. Klo ist auch da. Es ist aber noch zu früh und ich hoffe auf einen anderen schönen Platz. Gegen Abend erwacht mein Suchinstinkt, fast schon ein Jagdeifer, und ich finde einen sehr schönen Platz am Surtefossen in einem lichten Heidewald auf von Gletschern glatt geschliffenen Granitfelsen. Sogar ein Picknicktisch ist da. Leider, der Wind hat nachgelassen, schwirren auch nervige Midges durch die Luft.








