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#063 – Von Vik i Myrdal nach Borgarnes

1. Juni 2026: Von Vik i Myrdal zum Skógarfoss

Heute bin ich früh wach und super hochgekommen. Es ist windstill und regnet auch nicht bei kuschelig warmen zehn Grad. So soll es bleiben. Allerdings hängen die Wolken sehr tief und alles ist nass. Ich frühstücke zusammen mit den beiden unterhaltsamen und humorvollen Briten. Nick ist mit leicht bepacktem Rennrad unterwegs zur Fußball-WM, von London über die Niederlande, Deutschland und Dänemark per Rad. Weiter über Grönland, Kanada nach Boston, per Fähre, Flugzeug und Rad. Cooler Plan!

Beim Abbau meines klitschnassen Zeltes komme ich mit einer Neuseeländerin ins Gespräch. Auf meine Frage, ob sie Wandertipps für mich hat, meint sie nur: "I'm sure you'll find out." - "Okay, I understand." Dann rückt sie doch noch mit einem Tipp raus: Von Skógar rauf zum Fimmfjörðurhals-Pass.

Beschwingt setze ich mich aufs Rad. Ich verspüre Lust und Entdeckerfreude. In meinem Bauch summt es warm. Ich bin so etwas wie glücklich.

Auch mit dem Verkehr bin ich heute im Reinen. Wenn es mir gut geht, machen mir die Störungen, Probleme und der ganze Quatsch in der Welt, den ich eh nicht ändern kann, nicht mehr so viel aus.

Ich entdecke viele Kleinode an der Straße und schöne Ausblicke. Bin ganz bei mir und in meinem Tempo. Ich verzichte auf die Touri-Spots an der Küste und biege ab ins Klifurá-Tal. Schon die Schotterpiste führt einsam durch wunderbare Landschaft.

Am Ende parke ich mein Rad und schnüre meinen Rucksack. Ich komme bis zu einem Aussichtspunkt in die Klifurá-Schlucht. Großartig! Der Weg, der in meinem uralten Wanderführer beschrieben ist, existiert nur noch partiell. Ich verzichte etwas wehmütig auf den steilen Abstieg runter in die Schlucht und kehre um.

Der restliche Programm, Ringstraße und der touristisch erschlossene Sólheimajökull, sind nicht so aufregend. Der schöne Skógarfoss berührt mich trotz der vielen Menschen aber doch. Ich baue mein Zelt auf dem nahen Campingplatz auf. Er wurde verlegt und ist noch im Ausbau begriffen. Toiletten, kaltes Wasser und eine schöne Zeltwiese gibt es jedoch.

Ich fahre zum Museumsdorf. Es schließt bald. Zwölf Minuten habe ich noch. Dafür ist es umsonst. Zügigen Schrittes kann ich mir aber doch noch alles angucken.

Der Imbiss am Straßenrand hat auch schon zu. Also ins Restaurant. 50 Euro für Salat mit Lachs, ein Glas Weißwein und Trinkgeld. Abends kann ich noch ne Weile draußen auf der Picknickgarnitur neben meinem Zelt sitzen. Zehn Grad und windstill reichen völlig aus. Dann fängt es an zu tröpfeln.

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