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#058 - Deutschland und Dänemark

3. und 4. Mai 2026: Von Süderlügum nach Københoved, Ruhetag

Ich werde früh wach. Thomas ist schon startklar. Er hat heute 38 Kilometer Fußmarsch vor sich. Ich frühstücke mit Blick auf den See. Als ich losfahre, fängt es an zu tröpfeln. Später ziehe ich mal für ne Viertelstunde meine Regenjacke an. Das wars dann auch schon mit schlechtem Wetter.

Die Grenzregion ist ausgestorben. Sonntags haben die Supermärkte mit billigem Alkohol für die nördlichen Nachbarn geschlossen. Vor der Grenze komme ich noch durch einen hübschen Sumpfwald. Auf dänischer Seite ist die Landschaft von großräumiger Agrarwirtschaft geprägt. Es gibt auch deutlich weniger Windkraftanlagen.

So richtig bin ich mit meinem Tun noch nicht verbunden. Ich sehne mich nach der Gesellschaft und Gemütlichkeit der letzten Monate in Bremen. Ich versuche, es als Fortschritt zu sehen, dass ich mich einsam fühle. Das war vor anderthalb Jahren auf der ersten Episode meiner Reise nicht so. Inzwischen mag sich das Gefühl zeigen und dafür bin ich dankbar. Und neugierig, wie es sich entwickelt.

Im hübschen Løgumkloster hat eine Bäckerei geöffnet und ich gönne mir ein zweites Frühstück. Die Landschaft ist relativ eintönig. Ab und zu ein hübscher Wald. Bei einer kleinen Kirche treffe ich den ersten Radreisenden. Lindsey aus Wales, im sehr leichten Bikepackingstil unterwegs auf dem European Divide Trail von der russischen Grenze bis Portugal. Ein sehr sympathischer Kerl.

Ich beschließe, ein Zimmer zu buchen und das für zwei Nächte, hab ich heute doch schon rund die Hälfte der Strecke bis zum Fährhafen Hirtshals.

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