#039 - Georgien (Teil 7, von Tbilisi nach Omalo)
3. September 2025: Von Lechuri nach Torgvas Abano
Ich bin mega aufgeregt vor der Mörderbergetappe rauf auf den Abano-Pass, wieder runter ins Tal und nochmal rauf nach Omalo. Dreitausend Höhenmeter auf siebzig Kilometer. Zwei Tage rechne ich dafür. Gestern habe ich mir noch einen Ruhetag gegönnt, um emotional etwas Anlauf nehmen zu können.
Zunächst geht es zehn Kilometer und dreihundert Höhenmeter auf Asphalt recht gemütlich voran. Dann Schotter, teils steil, aber noch fahrbar. Ich gewinne rasch an Höhe. Nach zweieinhalb Stunden habe ich schon das halbe Tagespensum von tausendvierhundert Höhenmetern. Das steil eingeschnittene Tal ist schön, sehr schön.
Dann Zwangspause auf 1.200 Meter. Zwei Bagger kloppen Felsen aus der Wand. Nichts geht mehr. Dann schubsen die Bagger die Brocken ins Tal. Großes Getöse. Straße nach ner Stunde wieder frei. Bergwärts haben sich etwa zehn Autos und zwei Motorrad angesammelt, talwärts fünf Autos und zwanzig Mopeds. Radfahrer*innen? Keine.
Ich komme weiter gut voran, werde aber schlapper. Kurze, giftige Anstiege machen mir zu schaffen. Verschnaufpausen immer wieder: ja. Schieben brauche ich aber nicht. Ich hab einiges an Gepäck in Lechuri bei Sweta deponiert. Bestimmt zwanzig Kilo. Das macht sich deutlich bemerkbar. War voll die schlaue Idee.
Schon um halb drei bin ich an der warmen Schwefelquelle auf 1.800 Metern. An der ersten Hütte winkt mich einer wortlos und schläfrig weiter. Zwei in einem Auto sind lustig, helfen mir aber auch nicht weiter. Es kommt ein größerer Verschlag, dann die hübsche Badehütte mit Panoramafenster. Kein Mensch weit und breit.
Nach ner Weile taucht Ali auf, der Typ aus der ersten Hütte. Er kann gut englisch, lebt abwechselnd in Göteborg und hier. Ich kann zelten, wo ich will, und baden natürlich. Freundlich und unkompliziert. Das Wasser ist genau passend temperiert, der Zeltgrund steinig, die Aussicht fantastisch.
Später taucht noch ein unsympathischer Typ auf, dem nicht passt, wo ich zelte. Ich hole Ali dazu und er glättet die Wogen. Der Unfreundliche versucht einen Genrator anzuwerfen, zehn Meter neben meinem Zelt. Gelingt ihm nicht. Seine Kumpels besorgen einen neuen. Der läuft ne Stunde lang. Mit Ohrstöpsel okay.















