#041 - Armenien (Teil 1, über die Debedschlucht und den Sevansee nach Yerevan)
26. September 2025: Von Dilijan nach Hrazdan
Siebenhundert Höhenmeter auf zwölf Kilometer, also sechs Prozent mittlere Steigung, schön gleichmäßig verteilt, dazu blauer Himmel und mäßiger Verkehr auf sehr breit ausgelegter, fast zweispuriger Straße - da Kurbel ich mich ganz gelassen hoch.
Auch meine Stimmung ist ganz gelassen und meine Lust auf Reisen und Entdecken zeigt sich endlich mal wieder. Das geht soweit, dass es mich gar nicht mehr so dringend nach Hause zieht. Vielleicht bräuchte das Heimweh einfach Raum, Zeit, Gesehenwerden? Naja, so ist es heute. So ne Stimmung kann sich auch schnell wieder ändern.
Allerdings fange ich an, meine Routenplanung zu überdenken. Vielleicht ist der Iran - und dann auch der Oman - doch eine Option? Lust dazu verspüre ich gerade. Ich checke das mal.
Ich erreiche das Dorf Semyonovka und den gleichnamigen Pass auf 2.150 Metern Höhe. Der Sevansee zeigt sich in der Ferne, gar nicht so viel tiefer. Soll der zweitgrößte Gebirgssee der Welt sein. Moment mal – das hatte ich über den Yssyk-Kul in Kirgisistan auch gelesen. Vansee in der Türkei und Urmiasee im Iran liegen auch hoch und sind groß, liegen aber „nur“ auf 1.600 bzw. 1.300 Metern. Ersterer ist allerdings hochalkalisch, letzter gerade ausgetrocknet. Obacht, jetzt kommt Statistik:
Titicaca-See: Höhe 3.812 m, Fläche 8.372 km², Volumen 893 km³
Yssyk-Kul: 1.607 m, 6.236 km², 1.738 km³
Sevansee: 1.900 m, 1.272 km², 33 km³
Vansee: 1.648 m, 3.522 km², 576 km³
Urmiasee: 1.280 m, 55 km²
Der Titicaca-See ist also bei Höhe und Fläche die Nummer 1. Beim Volumen wird er vom sehr tiefen Yssyk-Kul überholt. Der Sevansee schafft es nur auf Platz 3.
Ein Stück am Ufer der Nummer 3 entlang und ich bin bei der Sevanhalbinsel mit dem Kloster Sevanavank. Zwei sehr alte Kirchen. Weite Blicke bis zu schneebedeckten Gipfeln im Süden. Touristisches Ambiente.
Eine weite, karge, herbstlich gelbe Ebene zieht sich nach Südwesten. Ein eisiger Wind, zehn Grad, schiebt mich mehr oder weniger nach Hrazdan. Chaotischer Verkehr. Etwas südlich finde ich einen Zeltplatz mit Seeblick.


















