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Südafrika 2021 - Südliche Drakensberge

Montag, 25. Oktober 2021

Von Hofmeyr nach Molteno, 80 km oder die Einladung zum Kaffee an der Supermarktkasse

Die einsame Straße steigt langsam an und führt auf Berge zu. Die trockene Grassteppe wird langsam grüner. Ich stöbere mein erstes Warzenschwein auf, das in eine Staubwolke gehüllt die Flucht vor mir ergreift. Es beginnt ein kurzer, knackiger Anstieg, 200 Höhenmeter, die ich meist schiebe. Die Aussicht zurück ist großartig.

Oben angekommen hat sich der Himmel zugezogen. Die karge Vegetation auf der Hochebene ist blass und pastellig, nicht mehr so leuchtend wie noch die letzten Tage in der trockenen Halbwüste. Ich erreiche Molteno und gehe, nachdem ich ein Zimmer bezogen habe, in den Supermarkt. Der Typ an der Kasse ist super zuvorkommend. Er bietet mir einen Kaffee an und ich sage natürlich zu. Der Typ erinnert mich an John Malkovich im Film „Von Menschen und Mäusen“. Zum Kaffee gibt es noch „Rusks“, dicke, trockene Kekse zum Eintunken.

 

Abends ist mal wieder „load shedding“. Der Strom wird für rund zwei Stunden abgeschaltet, damit die Industrie genug abbekommt. In meinem Guesthouse wird ein Generator angeschmissen. Ohrenbetäubender Lärm erfüllt die südafrikanische Stille.

Dienstag, 26. Oktober 2021

Von Molteno zum Smuts Pass, 80 km, 800 Höhenmeter oder der Tag der Warzenschweine

Anfangs ist die Landschaft noch eher verschroben. An einem Fluss haben sich tolle Erosionsmuster gebildet. Immer wieder nehmen Warzenschweine Reissaus vor mir. Mein Ziel heute ist der Smuts Pass. Dort gibt es die Highland Lodge, der ich meine Ankunft gestern schon angekündigt habe.

Vic gibt mir ein Zimmer im Farmhaus. Luc, ihr Mann, und ein paar andere Farmer hatten heute ein Seminar mit einem Bodenexperten und ich bin beim abendlichen Umtrunk und Essen eingeladen. Es gibt leckeren Springbock mit Reis und Gemüse. Beim Tischgespräch gebe ich irgendwann auf. Mein Englisch ist einfach nicht gut genug.

Mittwoch, 27. Oktober 2021

Vom Smuts Pass zur Goedehoop-Farm, 65 km, 650 Höhenmeter

Heute soll ein gemütlicher Tag werden, 30 km bergab bis nach Dordrecht. Dort gibt es zwei B&B. Es soll nachmittags regnen. Da passt das gut. Außerdem hab ich vier Tage ordentlich gestrampelt und kann etwas Erholung für die müden Beine gebrauchen. Morgen könnte ich dann auch ganz gemütlich weitere 30 km zur Goedehoop-Farm radeln, eventuell auch bei etwas Regen.

Dordrecht ist ein quirliges, kleines Städtchen. Viele Schwarze und Farbige auf der Straße. Aber irgendwie lockt es mich nicht zum Verweilen und ich beschließe, bis zur Goedehoop-Farm weiterzuradeln. Gemäßigte Hügel, nur ein kurzer, fordernder Anstieg.

Kurz vor einer Bergkette geht es ab in ein kleines romantisches Tal. Nach 4 km erreiche ich die Farm und werde herzlich von Kosie und Wilma begrüßt. Sie hat ein süßes, kleines Baby auf dem Arm, Norél, gerade mal fünf Wochen alt. „A Miracle“, sagt Wilma. Sie ist schon 45 und hatte noch keine Kinder.

 

Wilma und Kosie waren beide Lehrer, in England, Taiwan und Johannesburg. Vor acht Jahren haben sie die Farm von Kosies Eltern übernommen. Sie produzieren Merinowolle und beliefern direkt Decathlon, die einmal im Jahr die Farm inspizieren. Seitdem dürfen sie keine Schafe mehr auf der Farm schlachten – ethische Standards, die Kosie nicht so ganz einleuchten. Er zeigt mir die Wolle und wie die Qualität geprüft wird. Sie ist super weich.

 

Kosies Vorfahren stammen aus Deutschland. Sie wurden im 17. Jahrhundert als Protestanten verfolgt und sind dann über Belgien nach Südafrika ausgewandert. Auch Wilmas Vorfahren wurden im 17. Jahrhundert in Frankreich als protestantische Hugenotten verfolgt und sind nach Südafrika ausgewandert. Jetzt bewirtschaften sie in fünfter Generation die Farm.

Donnerstag, 28. Oktober 2021

Ruhetag auf der Goedehoop-Farm

Ein schöner Ort für einen Ruhetag. Ich werde bestens umsorgt, auch von den Hunden, die mich abschlabbern, anspringen, um Streicheleinheiten anbetteln. Nachmittags schüttet es. Achtzehn Millimeter, sagt Kosie. Das ist nicht schlecht. In der Werkstatt steht ein Kompressor. Das nutze ich, um Vorder- und Hinterreifen auszutauschen. Der hintere hat mich schon durch Kirgistan gefahren und hat mittig nicht mehr so viel Profil. Der vordere ist noch recht neu. Ich hoffe, so meine Reise beenden zu können.

Freitag, 29. Oktober 2021

Ruhetag auf der Goedehoop-Farm

Draußen ist es auch heute ungemütlich und so fällt es mir leicht, noch einen weiteren Ruhetag dranzuhängen. Nachmittags nimmt mich Kosie mit auf eine Runde zu seinen Tieren. Er zeigt mir eine Höhle mit Felszeichnungen. Zurück auf der Farm zerlegt er ein Schaf aus der Kühlkammer. Es gibt Koteletts zum Abendbrot. Aus einem kompletten Springbock schneidet er ein Filet raus. Auch das essen wir und es schmeckt, wie schon das T-Bone-Steak am ersten Abend und die Schweinekoteletts am zweiten sehr lecker.

Samstag, 30. Oktober 2021

Von der Goedehoop-Farm nach Barkly East, 70 km, 1.400 Höhenmeter

Etwas wehmütig verabschiede ich mich von der herzlichen kleinen Familie, dem schönen Ort und den ungestümen Hunden. Ordentlich Höhenmeter stehen an, zunächst noch auf den kleinen Kilianspass, 1.612 m, dann auf den Greylingspass, mit 1.956 m mein bislang höchster Punkt. Auch dazwischen und danach geht es viel rauf und runter. Die Landschaft wird langsam grüner und es gibt große, grüne Felder. Im Norden erheben sich die Drakensberge von Lesotho, die bis 3.000 m hoch sind.

Sonntag, 31. Oktober 2021

Von Barkly East zur Bidstonefarm, 60 km, 1.100 Höhenmeter

Nachts war es nur knapp über null Grad. Die Sonne am wolkenlosen Himmel wärmt aber schnell und es wird ein warmer Tag. Nur gelegentlich weht ein erfrischendes Lüftchen. Über den Townships von Barkly East steigt eine schwarze, schmale Qualmwolke in den Himmel.

Auf meinem Weg in die Berge quere ich eine tiefe Schlucht. Darin fließt doch tatsächlich ein richtiger Fluss, den ich über eine alte Steinbrücke quere. Auch eine alte, verrottete Bahnlinie führt in die Schlucht und auf der anderen Seite wieder hinaus, und zwar in einem Zickzackkurs. Das soll es sonst nur noch einmal in der Schweiz geben.

Ich muss noch zweimal in eine Schlucht runter und wieder rauf. Da tauchen sie auf, Berge mit senkrechten Felswänden. So hab ich mir die Drakensberge vorgestellt. Ich biege in ein flach ansteigendes Tal ein. Ui, ist das mal wieder schön hier. Sehr grün und viele Bäume vor der Bergkulisse.

 

Ich werde von Jules und Allan begrüßt. Sie füttern ihre Schweine und Ziegen. Ich bin die Nacht alleine im alten Farmhaus. Jules zeigt mir die Speisekammer, alles da für ein leckeres Abendessen und Frühstück. Es gibt auch eine Brauerei, wo ich mir selbst Bier zapfen kann. Die beiden ziehen ab in ihr Haus ein Stück weiter. Super unkompliziert!

Montag, 1. November 2021

Ruhetag auf der Bidstonefarm

Die Nacht war nicht ganz so pralle, denn abends sind noch Unmengen kleiner Fliegen in mein Zimmer gekommen, vermutlich durchs offene Fenster und angelockt vom Licht. Ich merke es zu spät, als ich Gegenmaßnahmen einleite. Die kleinen, harmlosen Quälgeister lassen sich ganz einfach abwischen, aber auch die ganze Decke ist voll, Zigtausende wenn nicht Hunderttausende, unglaublich, so was hab ich noch nie erlebt. Ich suche nach einem Besen, um an die Decke zu kommen, finde aber keinen. Auch keinen Staubsauger. Ich stelle noch in anderen Räumen Lichter auf - vielleicht lassen sie sich ja weglocken – ziehe mir ein Laken über den Kopf und schlafe dann an.

 

Jules erklärt am nächsten Morgen, dass es hin und wieder solche Invasionen gäbe. Nach drei Tagen wäre alles vorbei. Allan erklärt mir den Weg zu einer Quelle, wo ich baden kann. Eine halbe Stunde brauche ich zu Fuß, dann erreiche ich das gemauerte Becken mit Sitzecke und gleite ich langsam in das klare, kalte Wasser.

Dienstag, 2. November 2021

Von der Bidstonefarm nach Rhodes, 40 km, 500 Höhenmeter

Zunächst hatte ich das Angebot von Jules abgelehnt, mich den steilen Weg hinauf auf die Hochebene zu fahren. 400 Höhenmeter auf 4 km – das sollte ich doch schaffen. Doch dann werde ich doch weich und nehme das Angebot an. Der Weg ist sehr steil und steinig – das wäre ne anstrengende Schieberei geworden.

 

„Oben“ ist noch nicht ganz oben. Es fehlen nochmal 400 Höhenmeter, aber nicht mehr so steil und in Häppchen verpackt, die ich meist schiebe. Irgendwie ist die Luft raus, die Beine sind trotz Ruhetag schwer, mein Kopf ist leer. Ich komme nur langsam und mühsam voran. Gut dass ich es heute nicht so weit habe.

Ich frage mich, wo ist meine Energie geblieben? Die letzten Ruhetage waren alle ein Genuss. Die Landschaft hier ist super schön – da will ich gar nicht weg. Sie birgt auch supersteile Anstiege – da ist mir gerade nicht so danach. Ich sehe mich schon vom Sanipass Abstand nehmen (1.330 Höhenmeter auf 6,5 km, also über zwanzig Prozent Durchschnittssteigung). Ich vermute, dass auch die Shiatsu-Behandlung, die ich gestern Jules gab, Thema Entspannung, eine Wirkung auf mich hatte und Körper und Seele gerne einen Gang zurückschalten möchten.

 

Tja und dann kommt noch hinzu, dass ich mit Überschreiten des Naude´s Neck Pass das „weiße Südafrika“ verlasse und in das Homeland Transkei komme. Das verunsichert mich. Was genau verunsichert mich? Die höhere Armut, eine andere Energie der Menschen, vielleicht auch Kriminalität. Es wird Zeit, dass ich meine Erwartungen überprüfe.

Ich lasse mir viel Zeit und passiere zwei Pässe, Volunteershoekpass, 2581 m, und Carlisleshoepspriutpass, 2.563 m hoch. Dann geht es wieder die Steilstufe runter. 20 bis 30 Prozent Gefälle. Ganz gute, zementierte Oberfläche. Ich hab jedoch Schiss und schiebe das Rad lieber runter.

 

Rhodes ist ein superverträumtes Örtchen. Es gibt einige Unterkünfte und sogar ein kleines Café. Ich kann mir gut vorstellen, hier einen Tag abzuhängen.

Mittwoch, 3. November 2021

Ruhetag in Rhodes

Gemütliches Frühstück. Lesen im Garten. Großes Problem: in der Sonne zu grell, im Schatten etwas zu frisch. Spaziergang durch den kleinen Ort mit viktorianischen Häuschen. Abends wie schon am Vortag unterhaltsame, lustige und interessante Gesellschaft von dem Schweizer Stani.

Donnerstag, 4. November 2021

Von Rhodes nach Tenahead Lodge, 35 km, 1.000 Höhenmeter

Ich erwarte einen anstrengenden Tag wieder hinauf in die Drakensberge. Die Schotterpiste lässt sich jedoch gut fahren, kaum Steine und Geröll, gleichmäßige Steigung, schöne Landschaft, so dass ich entspannt vorankomme und am frühen Nachmittag in der vielfach empfohlenen Luxusunterkunft Tenahead Lodge ankomme. Fünf Sterne, das hatte ich noch nie. Dafür finde ich 2.240 Rand (etwa 140 €), einschließlich Fünfgängemenü am Abend, okay.

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Freitag, 5. November 2021

Ruhetag in der Tenahead Lodge

Ich fühle mich sehr wohl in dem Luxusschuppen. Er ist großzügig und geschmackvoll eingerichtet. Die Leute sind sehr entspannt und zum Glück nicht formell, sondern einfach freundlich zu mir als einzigem Gast. Das fünfgängige Abendmenü ist phantastisch. In meinem Zimmer wird abends der Kaminofen angeheizt. Das Bett ist vorgewärmt und es gibt ein Betthupferl. Durchs bodentiefe Panaromafenster hab ich Aussicht auf die Berge.

Heute gönne ich mir ne Massage. Hot Stone. Neunzig Minuten. Grace macht das richtig gut. Relaxen. Lunch um eins. Danach ein kleiner Spaziergang durchs Tal. Nachmittags treffen neue Gäste ein. Zwei Pärchen. Ein älteres von einer Farm im Norden. Sie züchten viele Tiere, unter anderem Giraffen. Das andere Pärchen ist jünger. Sie haben sich sieben Monate frei genommen und machen „Birding“. Das heißt, sie sammeln 700 verschiedene Vogelarten, die sie beobachten und fotografieren. Es fehlt nur noch eine Handvoll. Von Deutschland kenne ich das mit 100 Arten.

Samstag, 6. November 2021

Von der Tenahead Lodge zur Vrederus-Farm, 30 km, 300 Höhenmeter

Vom Naude´s Nek Pass geht es steil runter in die weite, grüne Hügellandschaft. Mal wieder erschreckt mich eine Puffotter, die über die Straße kriecht, dann aber langsam kehrtmacht. Am Himmel kreisen mehrere Bartgeier. Bis zu drei Meter Spannweite haben die Burschen.

Sonntag, 7. November 2021

Von der Vrederus-Farm nach Mount Fletcher, 60 km, 700 Höhenmeter

Zum Abschied geben mir Juan-Marie Naude und ihr Mann ihre Telefonnummer und fordern mich auf, mich zu melden, falls ich Probleme in Mount Fletcher hätte. Sie könnten Hilfe organisieren. Mount Fletcher wäre nicht ganz so unsicher wie andere Orte in der Region. Auch hier schwebt das Thema „Safety“ wie ein Schatten über allem. Mich verunsichert das heute erstaunlich wenig. Ich freue mich über die Fürsorge und bin gespannt, was mich erwartet.

Mein Weg führt mich bald hinab in ein breites Tal, von steilen Felswänden begrenzt. Seltsamer Nebel liegt im Tal. Ich komme wohl in eine neue Klimazone. Später löst sich das Rätsel: ein Feld wird abgebrannt und verqualmt bei schwachem Wind eine riesige Fläche.

Bevor ich auf die asphaltierte Hauptstraße komme, tauchen kleine Siedlungen auf. Freundliche oder auch reservierte Schwarze grüßen mich und wollen wissen, was ich hier mache. Mount Fletcher ist ein Ort der Schwarzen. Kein Weißer zu sehen. Hier fahren auch Schwarze dicke Pickups und tragen schicke Klamotten und Frisuren. Die Mehrzahl hat aber nicht viel. Es gibt einige Läden und Imbisse. In einem ess ich Fish´n´Chips. Im „Motho Ke Wena BnB“ werde ich freundlich empfangen. Es ist modern und ne halbe Baustelle. Kein Wifi, nur Barzahlung.

Montag, 8. November 2021

Ruhetag in Mount Fletcher

Heute schüttet es fast den ganzen Tag. Mehr als ein kurzer Gang in den Ort, um Datenvolumen für mein Handy zu kaufen, ist nicht drin. Heute nehme ich Hähnchen zu den labbrigen Chips. Ich bin der einzige Weiße weit und breit, auch im BnB. Ich werde angebettelt, aus offensichtlicher Not, aber nicht aggressiv, manchmal lässig und cool oder auch witzig: „Mach ein Photo von mir oder lade mich zu einem Drink ein“. Ich gebe ihm 20 Rand, ein guter Euro, soviel wie eine Dose Bier im Laden kostet.

Dienstag, 9. November 2021

Von Mount Fletcher nach Matatiele, 70 km, 900 Höhenmeter

Zwölf Grad am Morgen. Dunkle Wolken am Himmel. Die Straße noch feucht. Ich muss mich auf meine Fahrlinie immer schön links am Straßenrand konzentrieren, denn auch der Asphaltstraße ist einiges an Verkehr und Abstandhalten und Langsamer-Fahren ist eher selten angesagt.

 

Von oben bleibt es trocken und auch der Verkehr wird weniger, so dass ich entspannt auf dem Asphalt gen Matatiele rolle. Die Sonne arbeitet sich durch Löcher in der dicken Wolkendecke. Die Landschaft ist grün, weit, flache Landschaftsstufen mit Tafelbergen und eingeschnittenen Tälern. Darin viele zerstreute Siedlungen aus kleinen Häuschen, teilweise auch Rundbauten.

Abgesehen vom Verkehr strahlt die Gegend Frieden und Harmonie aus. Ich genieße die vielen Kontakte mit den Menschen auf der Straße. Viele grüßen und heben die Hand oder winken gar. Ich winke gerne zurück. Strahlende Gesichter, egal ob jung oder alt, das tut mir gut. Manchmal auch kritische Blicke, die sich, kaum dass ich lächle und winke, zu einem Lächeln verwandeln. Ab und zu ein kurzes freundliches Gespräch am Straßenrand. Die üblichen Fragen. Großes Erstaunen und ungläubiges Lachen, wenn ich erzähle, dass ich aus Kapstadt bis hierher geradelt bin. Von Bedrohlichkeit keine Spur.

 

Matatiele – der erste Ort mit afrikanischem Namen. Da bin ich mal gespannt, nachdem Mount Fletcher schon einiges an afrikanischem Flair ausgestrahlt hat. Tja - Matatiele strahlt westlichen Ordnungssinn und Reichtum aus. Es ist super sauber und großzügig angelegt. Der Fußweg an der Hauptstraße verläuft fast schon wie in einem kleinen Park. Es gibt große, repräsentative Bauten und viele Unterkünfte. Für mich hat allerdings erst die dritte ein Zimmer frei.

Mittwoch, 10. November 2021

Von Matatiele zur Flitwick-Farm bei Swartberg, 70 km, 1.000 Höhenmeter

Blauer Himmel und angenehme Temperaturen um die zwanzig Grad. Ich darf heute auch wieder über Piste ohne viel Verkehr hoppeln. Grüne, flache Hügel, dazischen ab und zu ein See. Könnte auch in Meck-Pomm oder im Allgäu sein (nachdem alle Wälder abgeholzt wurden).

Swartberg ist ein Mini-Ort. Ich halte am Abzweig und unterhalte mich mit Ngolulu, einem jungen Schwarzen. Er ist Lehrer und scheint nicht so begeistert von seinem Job. Ich frage ihn, wieviele Schüler er hat. Dreizehn, verteilt auf sieben Klassen. Es gäbe nicht so viele Kinder. Ich frage, ob er alleine unterrichtet. Nein, sie wären zu siebt. Sieben Lehrer*innen für dreizehn Kinder. „Yes.“

 

Zur Flitwick-Farm geht es nochmal 150 Höhenmeter rauf. Sie liegt auf einer Passhöhe. Schöne alte Gebäude. Ein See. Viele Bäume drumherum. Gefällt mir sehr gut. Mein Zimmer, rustikal, liegt in der „Old Cheese Factory“. Nebenan ne großzügige Lounge.

Donnerstag, 11. November 2021

Von der Flitwick-Farm bei Swartberg nach Underberg, 75 km, 1.200 Höhenmeter

Die Landschaft bleibt mitteleuropäisch anmutend. Die Straße ist Asphaltiert, führt auf 1.900 Meter hoch und auch sonst immer wieder rauf und runter. . Aus einem entgegenkommenden Fahrzeug winkt mir eine Frau zu. Ich düse gerade eine Abfahrt runter und kann nur kurz grüßen. Sie dreht um, überholt mich und hält an. Sie ist ganz begeistert, einen Radler zu treffen und hat viele Fragen.

 

Ich mache in Underberg Station, denn ich bin kaputt und hier kann ich meine Vorräte auffrischen. Es gibt viele Unterkünfte und ein Restaurant. Der Himmel ist grau und ungemütlich.

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