#068 – Im Norden Islands von Húnaver zum Mývatn
12. Juli 2026: Ausflüge am Mývatn
Ich radle zunächst zum Solfatarengebiet von Námaskarð. Vor zwanzig Jahren hatten mich die Blubberlöcher und bunten Farben sehr beeindruckt. Jetzt herrscht Massenbetrieb und das Gebiet ist großräumig flachgetrampelt. Die Magie zeigt sich mir nur begrenzt.
Weiter geht es zur Krafla. Der Vulkankrater mit See entstand im 18. Jahrhundert. Auch in den 80er Jahren gab es mehrfach Eruptionen. In der Region liegt die Magma nur in geringer Tiefe, wenige Kilometer, was auch mehrere Geothermiekraftwerke bezeugen. Auf dem Kraterrand fällt es bei dem Wind schwer zu stehen.
Nicht weit befindet sich die Leirhnjúkurspalte. Die weiten Flächen mit schwarzer, brüchiger Lava und krassen Verwerfungen, aus denen es dämpft, sind mein Highlight das Tages.
Das Lowlight ist die Rückfahrt bei Gegen- und böigem Seitenwind. Für viele Autofahrer*innen ist Rücksicht ein Fremdwort. Ich gebe meiner Wut und Hilflosigkeit Ausdruck und bin froh, lebend am Campingplatz anzukommen.
In der Nacht nimmt der Sturm zu: 20 Meter pro Sekunde (72 kmh) im Mittel, 25 Meter (90 kmh) in den Böen. Persönlicher Rekord für mich und mein Zelt, das prima durchhält.
















