#065 – Westfjorde, erster Teil - von Buðardalur nach Ísafjörður
16. Juni 2026: Von Patreksfjörður zum Dynjandi-Wasserfall
Die Wolken hängen tief über den Bergen um den Ósafjörður. Ich erreiche sie, nachdem ich zweihundert Höhenmeter raufgeradelt bin, beladen mit meinen Einkäufen aus dem Minimarkt in Patreksfjörður, der, zusammen mit der Perspektive, den nächsten Laden erst in drei Tagen zu erreichen, mit seinem erstaunlich großen Sortiment meine Kauflust anregt.
Wenn alles gut läuft, stehen heute vier Berge auf dem Programm. Den ersten, vierhundert Meter hoch, fliege ich quasi hoch und stürze mich in den nächsten Fjord. Der nächste ist fünfhundert Meter hoch. Auf ihn folgt ein monumentaler Fjord. Ich fühle mich immer kleiner und mache Pause am Ufer.
Ein Rauschen dringt an mein Ohr. Ne Welle am Ufer? Nein! Tatsächlich ist es ein Wal, ganz nah am Ufer. Er zeigt seinen Rücken und bläst im Minutenrhythmus. Ab und zu zeigt er auch seine Fluke, da ist er aber schon weiter draußen.
Hübsch geht es auf Schotter am Fjord entlang. Die Sonne kommt langsam durch, aber auch der Wind frischt auf. Am Ende des Fjords geht es bergauf und der Wind wird immer stärker. Dafür ist die Landschaft phantastisch.
Oben angekommen treffe ich auf die asphaltierte Straße nach Ísafjörður. Der Wind haut mich fast um. Es ist eine tierische Ochserei. Einmal drückt mich der Wind rüber auf die andere Straßenseite. Ich muss mich tierisch konzentrieren, vom physischen Kraftaufwand ganz zu schweigen. Zum Glück ist wenig Verkehr - der bereitet mir am meisten Sorgen.
Nach einer Abfahrt krieche ich mühsam den vierten Berg hoch. Dann die letzte Abfahrt runter zum Dynjandisvogur. Riesenbaustelle überall. Nicht so romantisch, hier zu zelten. Dann taucht der gigantische Dynjandi-Wasserfall auf. Touristisch erschlossen. Zelten verboten. Ich radle ein Stück am Ufer lang und zelte – was soll ich anderes machen - auf einer kleinen Wiese direkt am Wasser.
Neunzig Kilometer heute mit 1.800 Höhenmetern. Teilweise sehr widrige Windverhältnisse. Ein ordentliches Brett.

















