#064 – Snæfellsnes-Halbinsel - von Borgarnes nach Buðardalur
8. Juni 2026: Von Breiðavik nach Ólafsvik
Nachts hat der Wind ganz schön an meinem Zelt gerüttelt. Am Morgen verzichte ich lieber auf Frühstück im windumtosten Zelt und bringe meine Sachen in Sicherheit. In Arnarstapi mache ich einen Spaziergang entlang der Küste. Das Meer hat bizarre Strukturen aus dem Basalt geschaffen.
Müde schleppe ich mich dahin. Mein Rücken fühlt sich an wie gerädert. Der untere Rücken ist verspannt. Meine rechte Niere, die mir die letzten Tage immer wieder stechende Schmerzen bereitet hat, fühlt sich wund und geschwollen an. Für das Stechen zwischen den Schulterblättern reicht es jetzt schon, meine Kamera um den Hals zu tragen.
Am fehlenden Frühstück kann das wohl kaum liegen. Schaden kann es aber auch nicht und ich steuere ein schickes, leeres Restaurant an. Kein Frühstück, kein Mittagessen, erfahre ich. Einfacher Filterkaffee aus der Thermoskanne, der immer bereit steht, das ginge.
Die Erklärung: alle Tische bis auf einen sind reserviert. Offensichtlich werden Gruppen erwartet. Zum Kaffee bekomme ich noch ein Stück Kuchen, Apfel-Caramel mit einem Klecks Sahne, 15 Euro, nur der Kuchen.
Meine Energie und meine Stimmung steigen. Bei starkem Seitenwind geht's steil bergauf. Ich biege, trotz vollem Parkplatz, zu einer schönen Bucht mit tollen Wellen ab. Mit Blick auf jene bekomme ich endlich etwas Nahrhaftes aus meinen Radtaschen: gutes Brot, Käse, italienische Wurst, Gurke, hartgekochte Eier.
Heute werde ich ständig angesprochen, beantworte Fragen und sammle Komplimente ein. Das schönste von einer Slowenin: ich würde am glücklichsten von allen Menschen hier aussehen. Da könnte tatsächlich was dran sein, denn ich ruhe gerade sehr in mir.
Sogar der Wind hat für mich gedreht. Leider nur vermeintlich, im Windschatten des Snæfellsnes, den ich umrunde. Schon bald kommt der Wind wieder von vorne und begleitet mich bis Ólafsvik. Pizza, Zeltplatz, Dusche. Das reicht für heute.














