#063 – Von Vik i Myrdal nach Borgarnes
3. Juni 2026: Von Skógarfoss nach Selfoss
In der Nacht hat es etwas geregnet, doch morgens ist es trocken. Trocken, wenig Wind und zehn Grad, damit bin ich sehr glücklich und frühstücke draußen. Doch wozu sollen immer wieder diese kleine Tröpfelattacken gut sein, die mich besorgt den Himmel abchecken lassen?
Ich bleibe vorerst verschont und radle gut gelaunt die Ringstraße entlang. Schon wieder so ein zartes Spaßgefühl! Ich komme trotz leichtem Rückenwind nur langsam voran, halte spontan an hübschen Stellen, einem uralten, verfallenen Häuschen, einer großen, von Menschen in den Fels gehauenen und als Speicher genutzten Höhle.
Ein Bäcker am Straßenrand! Ich werde 24 Euro für ein warmes Lammsandwich und eine heiße Schokolade los.
Ein blaues Wolkenloch taucht über mir auf und zack radle ich in der Sonne. Wow, nach einer Woche ohne fühlt sich das großartig an. Zehn Minuten später ist es wieder vorbei und vor Hvölvöllur gerate ich in einen kräftigen Schauer. Durchnässt halte ich an einer Tanke, trinke einen Kaffee und schon hört der Regen wieder auf.
Die verbleibenden fünfzig Kilometer rattere ich am Stück runter. Die steilen Berge ziehen sich bei einem touristisch umlagerten Wasserfall zurück und machen einer weiten Ebene Platz, in der sich ein Paar monumentale Tafelberge präsentieren. Sie entstehen, wenn ein Vulkan unter einem Gletscher ausbricht.
Der Verkehr nimmt zu und viele Autos halten wenig Abstand. Ich fahre immer defensiver, weiche für LKW auch mal auf den Schotter aus und bin froh, als die Straße breiter wird und ich einen ein Meter breiten Seitenstreifen für mich habe.
In Selfoss gehe ich dick einkaufen, dann auf den Campingplatz, satte 25 Euro, duschen (null Euro), Wäsche waschen (15 Euro). Immerhin ist Waschmittel mit drin und der Typ von der Rezeption sehr freundlich. Ich treffe Natalie aus Berlin und wir haben ein lebhaftes, unterhaltsames Gespräch.











