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#062 – Von Svinafell nach Vik i Myrdal, Radeln, Wandern, Wetter Aussitzen

27. Mai 2026: Wanderung durch die Laki-Lavafelder

Die Sonne scheint so warm und ich frühstücke auf der Wiese vor meinem Zelt. Der Plan für heute: kurze Wanderung bei Kirkjubæjarklaustur, dann siebzig Kilometer bis Vik i Myrdál mit Abstecher zur Fjarðara-Schlucht.

Bei der Schlucht gibt es auch eine lange Wanderung, die ich vor zweiundzwanzig Jahren schon mal gemacht habe. Sie geht mir, seit ich auf Island bin, durch den Kopf, dauert aber acht Stunden.

Da kommt der Gedankenblitz: ich bleibe noch nen Tag hier und mache die Tour. Der Startpunkt ist nur acht Kilometer von hier.

Die Tour wird großartig. Erst drei Stunden durch die Lavafelder des verheerenden Laki-Ausbruchs im 18. Jahrhundert. Die Lava ist dick mit weichem, silbrig grauen Zackenmützenmoos überzogen. Der Weg ist nicht immer leicht zu finden - zweimal lande ich im Nirvana. Ich habe schöne Ausblicke auf Berge, Wasserfälle und den Skaftá-Fluss.

Am Wendepunkt der Tour, der Brücke über die Skaftá, mache ich Pause. Der Rückweg geht über die Berge, oft weglos oder nur ein Trampelpfad. Auch hier tolle Ausblicke. Im lieblichen Holtsdalur muss ich einen Fluss queren. Der ist tief und fließt schnell. Ich bin so aufgeregt, dass ich den Schmerz an den Fußsohlen erst am anderen Ufer spüre.

Die restliche Strecke führt auf einem Fahrweg. Die Fjarðara-Schlucht ist nicht mehr so einsam wie bei meinem ersten Besuch. Der übermäßige Konsum-Tourismus nimmt den Zauber. Zwei junge Deutsche nehmen mich in ihrem Auto mit bis zu meinem Rad. Ich gehe lecker essen mit einem kleinen Glas Weißwein, das auch nicht viel teurer ist als ein Bier.

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