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#060 – Über Pässe und entlang der Fjorde im Osten Islands

17. Mai 2026: Von Fossardalur nach Stafafell

Ich darf heute nicht zu früh los, denn der Supermarkt in Djúpivogur, 18 Kilometer entfernt, macht heute, Sonntag, erst um zwölf Uhr auf.

So habe ich Zeit, einer Freundin einer zu antworten, die zum Thema Einsamkeit nachfragte. Die verschiedenen Steigerungsstufen, Verlassenheit, Verlorenheit. Ich schicke die Nachricht ab. Lande beim Thema Vernachlässigung. Was für mütterliche Versorgung hätte ich gebraucht.

Und da ist noch etwas. Die Väter liefern den Überbau. Sie wurden hart, weil sie panische Angst hatten, ihr Sohn könnte zu weich werden. Das fühlt sich ganz stimmig für mich an. Ich verstehe, warum es mir so schwer fällt, bei meinem inneren Kind zu bleiben.

Ich kann das tief in mir spüren. Endlich, endlich öffnen sich die Schleusen. Wie erleichternd, erlösend. Danke.

Um elf komm ich los, kaufe in Djúpivogur dick ein und suche ein windgeschütztes Plätzchen für ne Pause. Da lacht mich ein Bistro an mit netter Aussicht. Schon bin ich drin und bestelle mir gebratenes Huhn mit Pommes und Salat.

Nach ein paar weiteren Kilometern treffe ich Jerome, der auch gut bepackt in Gegenrichtung unterwegs ist. Ne halbe Stunde tauschen wir uns aus. Weiter geht es an der Küste lang, Fjorde rein und wieder raus. Der Wind kommt aus allen Richtungen. Ich passiere hübsche, kleine Buchten. Die Sonne lacht.

Der Campingplatz in Stafafell könnte einladender sein. Es liegt viel Müll rum. Ansprechpersonen gibt es keine, Dusche auch nicht. Aber Toiletten und eine kleine Küche. Anmeldung und Bezahlung läuft übers Internet.

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