#034 - Georgien (Teil 2, von Batumi über Kutaissi und Oni nach Mestia)
27. Juli 2025: Von Tsageri nach Tsana
Meine gesundheitlichen Probleme von gestern sind verschwunden. Nur mental fühle ich mich noch benommen. EinenZugang, was mir mein Körper mit diesem innerlichen und äußerlichen Brennen sagen will, habe ich nicht ansatzweise.
Auf mich warten dreitausend Höhenmeter, von 500 rauf auf 2.600. Hab Respekt und nicht wirklich Lust. Das ändert sich im Laufe des Tages. Irgendwann wechselt das Gefühl auf: ach, läuft doch ganz gut, bin schon ein gutes Stück rauf. Und in der Regel kommt irgendwann sogar Ehrgeiz dazu.
Heute ist jedoch klar: den Pass erreiche ich erst morgen. Nach 1.200 Höhenmeter, sechs Uhr, bin ich müde. Der auf ioverlander vorgeschlagene Campspot ist jedoch nur durch tiefen Matsch zu erreichen. Also hänge ich noch vierhundert Höhenmeter dran und fahre nach Tsana.
Eine Gruppe feiert mitten im Dorf, dritter Geburtstag. Die Männer sitzen um einen Stein, der als Tisch dient, essen, trinken, singen, tanzen auch mal. Der Gouverneur von Swanetien ist auch zu Besuch. Irgendwann werden im Stehen Reden geschwungen, sich auch mal bekreuzigt. Die anderen hören andächtig zu. Die wenigen Frauen bleiben ausgeschlossen im Hintergrund. Ich darf bei einem Haus zelten. Die Stimmung mir gegenüber ist freundlich, aber distanziert.