#041 - Armenien (Teil 1, über die Debedschlucht und den Sevansee nach Yerevan)
24. September 2025: Von Odzun zum Pushkin-Pass
Diese innere Leere. Hach! Meist meide ich es, sie wahrzunehmen. Sie ist irritierend, schmerzhaft, lähmend, amputierend, lässt am Sinn des Lebens zweifeln. Was tun? Analysieren, Ändern wollen, Weghaben wollen, das nutzt alles nichts. Verstärkt eher und führt in die Vermeidung. Nur in der Wahrnehmung bleiben. Der körperlichen Empfindung. Das reicht. Das ist schon eine enorme Leistung. Und lässt mich - ganz zart - meine Kraft spüren, mein Herz.
Back on the road wächst hinter der Leere eine zarte Wahrnehmung von Genuss, Dankbarkeit, Freude, Sein.
Obwohl ich die ganze Zeit auf der Basaltterrasse entlang der tief eingeschnittenen Schlucht bis Stepanavan radle, sammeln sich fünfhundert Höhenmeter an. Auf den großen Feldern werden von Hand die Kartoffeln eingesammelt, bevor sie per Traktorgespann oder LKW abtransportiert werden. Dementsprechend sind viele Menschen bei der Arbeit.
Ich erarbeite mir den Pushkin-Pass, zweitausend Meter hoch. Es herrscht absolute Ruhe, denn etwas tiefer fährt der Verkehr durch einen Tunnel. Auch die Aussicht ist prächtig.
Weniger prächtig ist, dass mein Seitenständer abgebrochen ist. Das hat sich angekündigt. Das Pletscherteil ist zu schwach und auch etwas zu kurz und hatte sich schon länger etwas verbogen. Tja, da spare ich jetzt Gewicht am Rad.
Außerdem hat mich eine Wespe in meinen Speckbauch gestochen. In einem Imbiss interessierte sie sich für meine Unterarme und Füße. Ich verscheuchte sie sanft. Als es dann am Bauch kitzelte, fasste ich unbewusst hin und schon war es passiert. Sie flog von dannen, als ich mein Shirt lüftet, und ließ mich mit recht schmerzhaftem Stich zurück, den ich noch mehrere Tage spüren werde.












