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#041 - Armenien (Teil 1, über die Debedschlucht und den Sevansee nach Yerevan)

22. bis 27. September 2025: Durch die Debedschlucht, vorbei an alten Klöstern und verlassenen Industrieanlagen, über Pushkin- und Semyonovka-Passkomme ich zum Sevansee und von dort über Basalt- und Vulkanlandschaften bis in die armenische Hauptstadt Yerevan.

22. September 2025: Von Marneuli, Georgien, nach Shnogh, Armenien

Heute ist mein 64. Geburtstag und da darf es mir richtig gut gehen. Fühlt sich tatsächlich auch so an. Wie schön. Ich darf heute noch mehr das machen, was ich wirklich will, und das funktioniert ganz gut. Also lese ich im Schlafsack. Die Sonne wärmt und ich mache Qi Gong am Ufer. Ausgiebiges Frühstück. Erste elektronische Geburtstagsgrüße beantworten.

Dann pack ich zusammen. Will heute über die Grenze nach Armenien. Vierzig Kilometer bis dahin. Zwei Stimmungsdämpfer. Ich trete mir einen langen Dorn in den Fuß. Schmerzhaft. Und ich finde das Dokument nicht, das ich bei der Einreise nach Georgien bekommen habe, und weiß nicht, wie wichtig es ist. Meine Sorgenmaschine läuft. Das hab ich super drauf.

Mein Status als Geburtstagskind erleichtert mir jedoch den Umgang damit. Die Sorgen und Ängste dürfen sein. Es gibt aber auch einen zuversichtlichen Teil, der das innere Kind tröstet und ihm Zuversicht vermittelt. Es darf Angst haben. Der erwachsene Teil übernimmt die Verantwortung, eine Lösung zu finden.

Ich komme problemlos über die Grenze, deutlich weniger Verkehr, der armenische bemerkt, dass ich Geburtstag habe und schenkt mir ein Lächeln, ich kaufe ne SIM-Karte und heb Geld ab. Das olle Dokument will keiner sehen.

Ich fahre durch das tiefe Tal des Debed, schöne Landschaft. Steile Talflanken, teils senkrechte Wände aus Basaltsäulen. Armenien wirkt friedlich und entspannt auf mich. Immer wieder bunte Obststände am Straßenrand. In meinem Guesthouse bekomme ich leckeres Essen und armenisches Bier in einer dicken Ein-Liter-Plastikflasche.

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