#075 – Norwegen/Finnland: Von Tromsø nach Alta und über die Arctic Post Road nach Raattama, Finnland
13. September 2026: Vom Bierdnajokha zum Buljojávri
Die steile Schotterstraße führt mich auf ein Hochplateau auf fünfhundert Metern Höhe. Der starke Gegenwind haut in der fast baumlosen Ebene voll rein. Viel mehr als Schrittgeschwindigkeit ist nicht drin.
Doch ich komme gut in den Flow. Das unwirtliche Wetter, irgendwann fängt es auch an zu tröpfeln, und die endlose, triste, düstere Landschaft hat auch was. Ich bin nicht in Hetze. Und meine Beine schnurren und tun klaglos ihr Werk.
Nach rund vier Stunden und fünfundzwanzig Kilometern erreiche ich die Suolovuopmi Fjellstue und gönne mir ein warmes Essen in dem hübschen Café mit sehr freundlicher Bedienung. Leckere, gehaltvolle Rentiersuppe. Genauso lecker und geschmacklich sehr intensiv: der selbstgemachte Krähenbeerensaft.
Im Dröppelregen fahre ich weiter auf der holprigen und steinigen Schotterstraße. Zu sehen gibt es nicht viel. Immer öfter steht die Straße unter Wasser. An einer verfallenen Brücke müssen die Schuhe aus. Ich treffe fünf Jungs auf Gravelrädern. Netter kleiner Austausch.
Die Sonne kommt raus. Das sieht wunderbar aus. Allerdings häufen sich auch die überfluteten Stellen. Mit viel Tricks komme ich an allen trockenen Fußes vorbei. Doch irgendwann ist Schluss. Die Wandersandalen müssen her. Viele Stellen sind so tief, der Untergrund steinig oder rutschig, dass ich oft lieber schiebe. Füße, Sandalen und Reifen werden sauber, meine Füße aber auch kalt.
Ich zelte an einem See. Himmlische Ruhe. Die Sonne geht gerade unter.













