#068 – Im Norden Islands von Húnaver zum Mývatn
7. Juli 2026: Von Hólar nach Siglufjörður
Gestern Abend bekam ich vom entspannten Lesen im Zelt üble Verspannungen im unteren Rücken. Humpelte wie ein alter Greis. Heute morgen ist es schon deutlich besser. Ich setze mich aufs Rad. Aua! Eine fiese Entzündung direkt am Sitzhöcker. Sticht wie eine dicke Nadel. Sowas hatte ich ewig nicht. Überlagert die Rückenschmerzen. Ich experimentiere, bis ich eine erträgliche Sitzposition finde.
Die Gangschaltung geht seltsam schwer. Ich schalte ein paar mal rauf und runter. Nichts wird besser. Also ordentlich Kriechöl drauf. Nutzt nicht viel. An einem Zug haben sich Teillitzen gelöst. Meine Vermutung: die klemmen jetzt. Viel machen kann ich aber nicht. Das wenige ist jedoch genug, dass ich nur noch zwischen siebtem und achtem Gang schalten kann. Mal gucken, wie weit ich damit komme. Bis Akureyri sind es 160 Kilometer. Zumindest keine höheren Berge. Rücken- und Sitzbeschwerden sind angesichts der neuen Probleme wie weggeblasen - na, das ist ja verblüffend, verstehe, wer will.
Zunächst ist es für isländische Verhältnisse verdammt flach und ich komme gut voran. Gucke mir ein Torfkirchlein an. Immer an der Küste lang. Vor Siglufjörður wird es bergiger. Bis fünf Prozent Steigung kann ich noch radeln. Ein paar Mal ist auch schieben angesagt, doch meist nur kurz. Am Schluss noch durch einen Tunnel erreiche ich Siglufjörður, kaufe ein und baue mein Zelt mit Blick auf steile, schneebedeckte Berge auf.











