#064 – Snæfellsnes-Halbinsel - von Borgarnes nach Buðardalur
10. Juni 2026: Von Stykkisholmur nach Buðardalur
Sonne! Windstill! Wunderbar! Wären da nicht meine Nierenschmerzen. Gestern Abend konnte ich mich nur gekrümmt bewegen. Ist ähnlich wie Hexenschuss, nur halt seitlich in der Nierengegend. Falsche Bewegung und Peng! Aua! Gehen am besten schief und humpelig.
Heute Morgen ist es besser, aber immer noch da. Betrüblich. Ich habe Zeit: die Fähre fährt erst um elf. So spüre ich nach. Stiche im Rücken? Mein Schutzpanzer hat Löcher. Schutz wovor? Trauer verschafft mir etwas Zugang. Ich komme in die Annahme. Der Schmerz lässt nach und ist nicht mehr so bedrohlich.
Plötzlich gut gelaunt fahre ich zum Hafen. Das Wasser ist wie ein Spiegel, so glatt. Doch kein Fährbetrieb erkennbar. Ich checke nochmal im Internet. Definitiv keine Fähre vom 9. bis 19. Juni. Hätte ich mal gleich auf der richtigen Seite geguckt.
Meine Enttäuschung hält sich in Grenzen. Fahr ich halt doch den Fjord aus. Ohnehin hatten Max und Trygve mir die Strecke empfohlen.
Doch danach wie weiter? Für alles reicht die Zeit nicht. Und auf Zeitstress habe ich gar keinen Bock. Option 1: ich schaue, wie weit ich komme und nehme dann den Bus. Option 2: ich lasse das Hochland weg. Nein! Option 3: ich lasse die Westfjorde weg. Auch schade.
Dann die erlösende Idee: ich buche meine Fähre um. Das könnte klappen und wäre super. Geld? Egal!
Die Schotterpiste an der Küste ist sehr schön und gut zu fahren. Es geht ständig rauf und runter. Ich komme auf tausend Höhenmeter bei neunzig Kilometern. Da es trocken ist, bekomme ich die ein oder andere Staubwolke ab und ärgere mich über die rücksichtslosen Fahrer*innen.
Der Wind frischt volle Kanne auf und die letzten zwei Stunden habe ich zu kämpfen. Bei Gegenwind bin ich fast im kleinsten Gang. Seitenwind ist sehr stressig, da ich wieder auf einer auch von LKWs befahrenen Straße unterwegs bin.
Der Campingplatz in Buðardalur ist jedoch gut windgeschützt. Ich treffe kurz ein Paar aus Oregon mit Gravelrädern.














