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#063 – Von Vik i Myrdal nach Borgarnes

5. Juni 2026: Vom Þingvallavatn nach Borgarnes

Nachts hat es geregnet (gähn) und morgens hängen schwere, dunkelgraue Wolken am Himmel. Ich überlege schon, einen Tag länger an dem schönen Ort zu bleiben. Doch während ich frühstücke, hört es auf zu regnen, und ich mach mich auf den Weg.

In Þingvellir angekommen, spürt mein Bauch, an welchen besonderem Ort auf der Welt - europäische und amerikanische Platte grenzen hier aneinander und wachsen weiter - ich hier bin. Ich guck mir die Silfra-Spalta an mit extrem klarem Wasser - noch, denn Heerscharen von Taucher*innen werden durchgesetzt. Auch dem berühmten Kirchlein - die Islandfahne hängt schlapp am Mast - statte ich einen Besuch ab. Es tröpfelt schon wieder und zieht mich von dannen.

Auf einer sehr ruhigen Straße geht es allmählich bergauf. Es wird karg und kärger. Ich erreiche vierhundert Meter und bin jetzt auf Schotter unterwegs. Ein paar Stellen sind rauh, doch meist rollt es flott bergab durch ein breites Tal.

Es fängt wieder an zu regnen und ich muss noch ein Stück auf der viel befahrenen Ringstraße bis Borgarnes. Regen, Gischt, Wind jetzt von vorne, dazu Lärm, eng überholende Fahrzeuge - hülft ja nüschd.

Der Campingplatz liegt direkt neben der Straße, aber auch an einer kleinen Bucht. Ich finde etwas abseits ein windgeschütztes Plätzchen mit Blick aufs Meer. Der Platz ist minimalistisch ausgestattet, aber es gibt eine warme Dusche. Gleich wieder rein in die feuchten Klamotten und in den Schlafsack - die einzige Möglichkeit, sie trocken zu bekommen.

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