#059 – Weiter durch Dänemark und Fährüberfahrt nach den Faröer Inseln und Island
10. bis 12. Mai 2026: Überfahrt mit der MS Norröna nach den Faröer
Die Überfahrt beginnt bei strahlendem Sonnenschein und ordentlich Wind. Dafür, dass die Wellen mit zwei bis drei Metern nicht allzu hoch sind, schaukelt das große Schiff mit seinen zehn Decks doch ganz schön. Doch mir geht es gut.
Beim Abendessen lerne ich eine belgische Ärztin, die sechs Monate im Krankenhaus von Reykjavik arbeiten will, und zwei Schwestern aus Dänemark auf Minikreuzfahrt kennen. Wir sind die letzten im Restaurant und der gut gelaunte Kellner schenkt ordentlich Wein nach, all inklusive, und singt uns ein Ständchen.
Ich ziehe mich in mein Schlafgemach tief im Schiffsbauch, Deck 2 noch unter den Parkdecks, zurück. Wir sind zu fünft in der engen nutzungsoptimierten Kajüte mit drei dreistöckigen Betten, in denen man nur mit eingezogen Kopf sitzen kann. Doch ich schlafe gut.
Beim Frühstück treffe ich Hélène, die Ärztin wieder. Danach lade ich Fotos auf meinen Computer hoch. Wir sind bis Stavanger die norwegische Küste entlang gefahren und biegen jetzt nach Westen auf die offene Nordsee ab. Wellengang und Geschaukel nehmen zu. Das bekommt mir nicht so gut.
Ich erhole mich im Bett und bei Bordrundgängen. Doch irgendwann hilft das auch nicht mehr. Nach einem Gespräch mit einem netten Holländer, der auf den Faröern radeln will, eile ich Richtung Klo. Es bleibt aber doch alles drin. Hélène bietet mir eine Tablette an und ich nehme sie.
Die Besserung lässt auf sich warten. Mit geschlossenen Augen bekomme ich krasse Halluzinationen. Am besten nur noch schlafen.
Am nächsten Morgen geht es mir bis auf leichten Schädel gut. Wir kommen in Tørshavn auf den Faröern an. Landgang durch das hübsche Örtchen mit uralten Häusern. Das Wetter ist sehr wechselhaft. Wind, Regenschauer, auch mal kurz Sonne. Daran muss ich mich wohl oder übel für die nächste Zeit noch gewöhnen.
Im Hafen sprechen mich zwei rauchende Männer an und bieten mir ein Bier an. Keine Ahnung, wieviel sie schon intus haben. Essen, so meint der unterhaltsamere der beiden, würden sie auf den Faröern nichts. Zwei Tage Sonnenschein und sie wüssten, das war jetzt der Sommer. Der andere verbreitet leider rassistische Sprüche. Für einen Rassisten hält er sich jedoch nicht. Ich suche das Weite, bevor ich schlechte Laune kriege und spaziere durch das bunte Örtchen mit vielen hübschen Fotomotiven.



























