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#040 - Georgien (Teil 8, über den Lagodekhi- zum Vashlovani-Nationalpark und weiter nach Armenien)

11. bis 22. September 2025: Im Dauerregen fahre ich nach Laghodekhi und wandere einen Tag durch den ältesten Nationalpark Georgiens. Weiter geht es nach Dedoplistskaro und von dort für drei Tage in den trockenen, steppenartigen Vashlovani-Nationalpark im äußersten Südosten Georgiens, an der Grenze zu Aserbaidschan. Die Gegend ist sehr einsam, die Landschaft faszinierend, das Wetter eher grau und frisch. Über das touristische, inmeinen Augen überbewertete Sighnaghi und durch Randgebiete von Tbilisi fahre ich zur Grenze nach Armenien, die ich an meinem vierundsechzigsten Geburtstag überquere. Land Nummer 15 meiner Weltreise.

11. September 2025: Von Lechuri nach Lagodekhi

Mit einem von einem auf einen halben Liter runtergehandelten Hauswein, Abschiedsgeschenk von Sweta und ihrem Mann, mache ich mich unter grauem Himmel auf Weg. Mein inneres Kind freut sich auf die weitgehend flache Etappe, vierhundert Höhenmeter auf 90 Kilometer.

Der Himmel wird immer dunkler und nach einer Stunde fängt der Himmel an zu grollen. Ich hoffe noch, dass das Gewitter an mir vorbei zieht. Daraus wird nichts. Es pladdert bald los und wird den ganzen Tag nicht mehr aufhören. Mal mehr, mal weniger Regen, auch mal ein fetter Hagelschauer und krasse Blitze und Donner. Mal ganz in der Nähe mit peitschendem Knall, mal eine wie gemalte Leuchtspur in der Ferne.

Es hat dreizehn Grad, etwas Rückenwind. Mit Regenjacke, kurzer Hose und Sandalen bin ich gerade passend angezogen. Pausieren kann ich nur kurz, sonst wird mir kalt. So ein mieses Wetter hatte ich in die ganzen zehn Monate meiner Reise noch nicht.

Ich passiere eine alte Kirche und viele Wegweiser zu Seen. Bestimmt einhundert der alten russischen LKW mit der Knubbelschnauze und der breiten Ladefläche warten am Straßenrand. Trotz Scheisswetter ist Weinlese und die LKW sind dick damit beladen.

Unter den genannten Umständen komme ich flott voran und bin um vier in Lagodekhi. Der Abend wird mir versüßt von zwei jungen Niederländerinnen, die nach Abschluss ihres Studiums sechs Monate durch Asien reisen und mir beim Abendessen Gesellschaft leisten, und zwei Finnen, die ich von der Terrasse vor meinem Zimmer vertreiben will, um Ruhe zu haben, die sich dann aber als sehr nett, interessiert und interessant entpuppen. Außerdem haben sie leckeren Brandy und Zigaretten. Dank Dauerregen gibt es leider keine Fotos.

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