top of page

#037 - Georgien (Teil 5, von Kutaisi nach Tbilisi)

21. August 2025: Von Kintsvisi nach Grakali

Ein morgendlicher Regenguss sorgt dafür, dass ich erst um elf loskomme. Ich keuche die letzten, steilen hundert Höhenmeter zum Kloster hoch. Die Lage am Berg ist toll. Neunhundert Jahre alt soll die große Kirche sein, zumindest Teile davon. Drumrum werden neue Kirchlein und auch ein neues Kloster mit zweifelhaften Stilelementen wie goldene Dächer und ein Wintergarten gebaut.

In der Kassenschlange im Supermarkt im nächsten größeren Ort rätseln ein Vater und drei Jungs, ob ich Deutscher bin. Sie sprechen deutsch. Georgi stammt von hier, ist zum Studieren, Jura, nach Deutschland gegangen, hat auf Gartenbau umgestellt und lebt mit seiner Familie in Nürnberg. Zum Urlaub kommen sie in regelmäßige in seine Heimat. Er gibt mir seine Visitenkarte, falls ich mal Hilfe brauche. Er kenne viele Leute.

Bis Gori geht es auf und ab durch hübsche kleine Orte. Strammer Wind von hinten. Zwei Radler aus Spanien begegnen mir. In Gori finde ich ein schönes Restaurant. Ich hatte die Hoffnung schon aufgegeben, als mich eine junge Familie anspricht. Aus Russland stammend, in den Vereinigten Staaten lebend, mit zweijährigem Kind durch Südamerika geradelt, von Ushuaia nach Columbien. Wow. Sie strahlen mich an, wie es nur vom Radreisevirus infizierte können, und beschreiben mir den Weg zum Restaurant.

Gori ist die Geburtsstadt von Stalin. Das Museum lasse ich links liegen und radle zur Felsenstadt von Uplistsikhe und weiter am Fluss auf schmalem Pfad. Ein Kuhhirte lädt mich ein, ich lehne ab, bekomme zwei Küsse auf die Backe. Flusstal und die kargen Berge leuchten im Abendlicht. Ich zelte windgeschützt in Ufernähe.

bottom of page