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30. Dezember 2025: Von Olšinky nach Dresden

Meine Erkältung ist alles andere als besser geworden. Die Nase dick. Dazu hartnäckigen, tief sitzender Husten. Meine Unterkunft ist ausgebucht. Bleiben scheidet daher aus. So reserviere ich ein Zimmer in Dresden. Neunzig flache Kilometer. Zur Not kann ich in den Zug einsteigen.

Es gibt Warnungen vor glatten Straßen. Schneeregen auf gefrorenen Untergrund. Schnee liegt morgens jedoch keiner. Auf den ungeräumten Radwegen ist überfrierende Nässe, mal mehr, mal weniger, gut am Glanz zu erkennen. Mit Umsicht komme ich gut voran. Nur einmal rutsche ich etwas an einer kurzen Rampe.

Feiner Graupel fällt aus den Wolken und sprenkelt die Wege. Ab und zu kommt die Sonne durch. Schöne Kontraste in der Winterlandschaft des Elbsandsteingebirges. Der Abschnitt des Elbradweges gefällt mir sehr gut.

Eisiger Gegenwind erschwert mir den Abschied von Tschechien. Doch dann bin ich an der Grenze. Deutschland. Ein Kreis schließt sich. Ich verabschiede mich innerlich von all den fremden Ländern, die ich besucht habe. Deutschland. Es fühlt sich so ordentlich an. Irgendwie langweilig und auch etwas abstoßend, denn das Ordentliche ist ja Oberfläche. Doch die Menschen, denen ich begegne, wirken sympathisch.

Erschöpft von der Kälte komme ich in Dresden an. Ich mag die Stadt. Es dauert ne Weile, bis ich in meinem Hostel wieder auf Normaltemperatur komme. Eine heiße Dusche hilft. Ebenso ein Ingwertee und eine heiße Hühnersuppe beim Vietnamesen.

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